Opernblog

 

Anastasia - gefunden oder vielleicht auch nicht

Zu einer Aufführung von Anastasia hat es mich nach Stuttgart gezogen. Das Musical um die Zarentochter Anastasia, dabei versucht man den Spagat zwischen einem Bergmann-Film und dem Zeichentrickmusical. Man darf sich da nicht auf das geschichtliche Glatteis führen lassen. Stimmen zwar Personen, Stadtansichten und Kostüme, ist es von der Handlung her doch pure Fiktion. Abwertend könnte man jetzt von Fake-News oder Geschichtsklitterung sprechen. Dennoch lässt das Musical geschickt die Frage offen, ob die gefundene Zarentochter doch wirklich echt war. Die Musik von Stephen Flaherty schafft es geschickt, jeder Person eigene Motive zuzuordnen, die dann im Verlauf immer wieder aufgegriffen werden. Eine Bühnen füllende LED-Wand erzeugt auch mit sparsamer Dekoration immer wieder neue Räume.

Es beginnt im Jahr 1907, als Maria Fjodorowna-auch genannt Nana- sich von der Enkelin verabschiedet, aus Petersburg aufbricht und nach Paris geht. Eine Spieldose, die sie von ihrer Oma bekommt, soll für Anastasia eine wichtige Rolle spielen. Bei dem Walzer der Spieldose verschwindet Anastasia als kleines Mädchen und kommt in der nächsten Szene als Jugendliche hinter der Säule hervor. Man erlebt die Revolution im Jahr 1917 aus Sicht der Romanows im Winterpalast in Petersburg. Man ist gerade beim Tanz, die ganze Zarenfamilie ist festlich gekleidet in Weiß, als die Revolution mit rotem Feuer über sie hereinbricht. Es zersplittern scheinbar die Scheiben und die Revolutionsgarden erschießen die Familie aus dem Hinterhalt. Das Zersplittern der Scheiben geschieht mit Hilfe der LED-Panels. In der nächsten Überblendung ist man 10 Jahre weiter im Jahr 1927. Gleb Vaganov verspricht in Leningrad eine gute Zukunft nach der Liquidation der Romanovs. Anya leidet an Amnesie und ist sehr schreckhaft. In einer Folgeszene suchen Dimitry und Vlad eine Schauspielerin, die die Rolle der überlebenden Anastasia einnehmen soll. Ihre Großmutter hat in Paris eine große Belohnung ausgesetzt, auf die Überbringung der echten Zarentochter Anastasia. Die drei Damen, die sie geladen hatten, sind alle durchgefallen, als Anya auftaucht. Diese kann sich vage an einen Abend im Jussupow-Palast erinnern. Mit einer Familienaufstellung auf einer Kreidetafel und Details über die Zarenfamilie trainiert man Anya die Rolle der Zarentochter an. Anya wird aber von Gleb verhaftet, in einer Schreibstube hört man Gerüchte, dass die Zarentochter noch lebt. In einer kurzen Sequenz macht sich Gleb über die schlecht funktionierenden Telefone russischer Bauart lustig, dennoch ist er linientreu. Gleb bestellt Anya in sein Büro und warnt sie davor, die Rolle der Anastasia zu spielen. Sein Vater hätte die Romanovs getötet und mit einer angeblichen Anastasia würde er ähnlich verfahren. Mit einer Verwarnung lässt er Anya laufen. Dimitry und Anya treffen vor einem Prospekt der Heilig-Blut-Kathedrale zusammen. Er zeigt Anya eine Spieldose, die ihm bei der Oktoberrevolution zufiel, aber nicht öffnen konnte. Anya öffnet die Spieldose ohne Probleme, somit glaubt er auch, Anastasia vor sich zu haben. Sie erinnert sich an die Romanows und gibt zu, dass ein Diamant in ihrer Kleidung eingenäht war. Man hätte den Diamanten im Krankenhaus in ihrer Kleidung gefunden. Damit haben Dimitry, Vlad und Anya genug Geld, nach Paris zu fahren. Am Bahnhof von St. Petersburg trifft Anya auf Ipolitov, der sich vor ihr verneigt. Intellektuelle und flüchtige Adelige singen am Bahnhof ein ergreifendes Abschiedslied von Petersburg (Mein Land) und steigen in einen skelettierten Wagen auf die Reise nach Paris. Mit Einblendungen russischer Landkarten und Drehbewegungen des Wagons, simuliert man die Bahnreise nach Paris. Kurz vor der Grenze müssen sie jedoch vom Wagen springen, bei einer Kontrolle wird Graf Iplitov erschossen und man sucht Anya. Gleb erhält die Nachricht in Leningrad, dass Anya flüchten konnte und nimmt die Verfolgung auf. Zu Fuß erreichen Dimitry, Vlad und Anya einen blühenden Obstgarten vor Paris. In einem Schwenk sieht man den Eifelturm und Paris. Sie haben es geschafft.

Im zweiten Akt steht das lebensfrohe Paris ganz im Kontrast zu Leningrad. Mit einer großen Revuenummer begrüßt Paris die drei Neuankömmlinge. Die lebensfrohe Zofe Lily Malevsky-Malevitch von Maria Fjodorowna macht das Nachtleben unsicher. Ihre Herrin hat nach vielen falschen Anastasias die Hoffnung 1927 noch die richtige Anastasia zu finden, fast aufgegeben. Sie zitiert die vielen Betrügerinnen, die es nur auf ein Ticket nach Paris oder die Belohnung abgesehen hätte. Lily geht in den Club Newa und tanzt dort mit exilierten russischen Adeligen (Land, das einmal war). Gleb versucht ebenfalls dort Einlass zu bekommen, wird aber aufgrund seiner Schuhe als Russe erkannt und nicht hineingelassen. Im Newa-Club versucht man, die guten Zeiten mit einer Party wach zu halten. Lily trifft dann auf Vlad, mit dem sie eine Affäre hatte. Er hatte ihr einen Diamantring gestohlen, weshalb sie die Affäre beendete. Dennoch lässt sie die Romanze wiederaufleben. In einer Albtraumszene erscheinen Anastasia die ermordeten Romanows. Dimitry erinnert sich an eine Begegnung mit Anastasia und Anya führt diese Erinnerungen weiter. Nun folgt eine Szene in der Pariser Oper man erlebt eine Aufführung von Schwanensee mit sechs Balletttänzern. Man fädelt mit etwas Umwegen ein Treffen zwischen der Großmutter, ein, denn auch Lily erkennt in Anya die Zarentochter. In einem Hotelzimmer sprechen sich dann Anya und die Großmutter aus. Anya nennt ihre Großmutter Nana, wie sie sonst immer gerufen wurde und erstmals glaubt die Großmutter, am Ziel zu sein. Letztlich überzeugt ist sie, als Anya ihr die Spieldose zeigt. Die Presse bekommt davon Wind und am nächsten Tag fällt die Meute über die Großmutter und Anya her. Maria Fjodorowna gibt Anya Bedenkzeit. Dimitry hätte auf die Belohnung für die Vermittlung verzichtet. Es kommt zu einer etwas merkwürdigen Konfrontation zwischen Gleb und Anya, bei der Anya inzwischen sehr sicher ist, Anastasia zu sein. Sie fordert ihn auf, sie zu erschießen, was er aber nicht kann. Schließlich lässt Anya die Spieldose im Bett zurück und folgt Dimitry in einem roten Kleid zur Brücke. Maria Fjodorowna spendet die Belohnung für wohltätige Zwecke und hat die Suche nach Anastasia aufgegeben.

Wenn man auch nur einen Artikel über Maria Fjodorowna gelesen hat, so erkennt man relativ schnell, dass die Geschichte erfunden ist. Es bestehen Parallelen zur Lebensgeschichte von Anna Anderson, die sich als Anastasia ausgab. Zwar gibt es stimmige Details, wie die Familienaufstellung der Zaren mit dem kranken Zarewitsch, dennoch bleibt das Ganze ein Disney Märchen. Maria Fjodorowna war immer auf der Suche nach ihrem Sohn, von dem sie bis zum Tode, trotz erdrückender Beweise im dänischen Exil glaubte, er würde noch leben. Heute weiß man durch DNA-Tests, dass alle Damen, die sich in den 20er Jahren als Anastasias ausgegeben haben, Hochstaplerinnen waren. Man ist aus heutiger Sicht, ebenfalls durch DNA-Tests, sehr sicher, dass Anastasia, wie alle Romanows ermordet worden ist. Es bleiben aber tolle Impressionen von St. Petersburg hängen durch die LED-Panels und von Paris und der Oper. Die Musik von Stephen Flaherty geht gut ins Ohr und die Spieluhrenmelodie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Die Texte sind sehr gut aus dem Englischen übersetzt. Judith Caspari als Anastasia und Daniela Ziegler als ihre Großmutter spielen sehr gut. Richtig rocken tut die Szene Lily aka Jacqueline Braun, als lebensfrohe Hofdame. Man träumt von Paris, St. Petersburg und für Träume und Märchen ist Disney ja bekannt. Davon zeugt auch die opulente Kostümausstattung. Wer von Disney einen wahrheitsgetreuen Blick auf die Oktoberrevolution in Russland und die Zarenfamilie erwartet, ist hier definitiv falsch verbunden.

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Von • Gallerien: Kultur, Musical • Tags: anastasia

In Nürnberg hat Jens-Daniel Herzog Mozarts Komödie ‚Così fan tutte‘ auf den Spielplan gesetzt. Diese Letzte der drei großen Da Ponte Opern war kein großer Durchbruch für Mozart. Kurz nach Erscheinen wurde die Oper wegen des Todes Kaiser Joseph II. vom Spielplan genommen. Etliche Schmähungen und Kürzungen im 19. Jahrhundert durch Ludwig van Beethoven und Richard Wagner führten zu einer teils fragmentarischen Aufführung. Man übte Kritik an dem unmoralischen Stoff und an der albernen Handlung. Auch hier in Nürnberg scheint man den Kritikern noch mehr Futter zu geben. So wurden die italienischen Texte durch vulgäre Sprache aufgepeppt, was beim Mitlesen immer recht witzig ist, beim Bayerischen Rundfunk aber überhaupt nicht gut ankam. Man muss sich bei der Handlung auch drauf einlassen, dass alle das Spiel von der Untreue durchschaut haben, bis auf die beiden Frauen. Selbst der dreimal einsetzende Chor weiß Bescheid.

Dieser feiert schon am Anfang mit einem Kasten Bier und Sekt, die Wette von Don Alfonso. Man platzt mitten in eine Diskussion der männlichen Hauptrollen, nämlich Guglielmo und Ferrando gegen Don Alfonso. Während die beiden Männer Guglielmo und Ferrando die Treue ihrer Frauen beschwören, wettet der Chor mit Zetteln dagegen, die in einem Sektkübel gesammelt werden. Es wird ein goldenes Wohnzimmer herausgefahren, in dem auf zwei blauen Sesseln die Opfer der Komödie Platz genommen haben. Während Dorabella scheinbar Bilder von Ferrando am Handy hat und immer auf dem Smartphone zoomt, hat Fiordiligi ein ovales Bildnis ihres geliebten Guglielmo bei sich. Die beiden Damen sitzen im 50er-Jahre Petticoat in Himmelblau und Schwarz und ahnen nichts von dem üblen Spiel, das gleich beginnen wird. Ihre Verlobten spielen vor, in den Krieg zu ziehen. Der Chor erscheint teilweise in Tarnuniform und die Geliebten salutieren mit Waffen im Hintergrund. Die Frauen bedienen jetzt das Klischee, dass sie noch Brotdosen für ihre Männer mit Sandwiches und Salat schmieren müssen. Sie tun dies so heftig, dass die Butter über die Bühne fliegt, auf einem goldenen Bügelbrett am rechten Bühnenrand unter vielen Tränen. Dorabella ist so verzweifelt, dass sie sich an der Gardinenkordel erhängen will, was natürlich misslingt. Am nächsten Morgen bringt Despina im Leopardenlook mit Leggings ein Tablett mit Cappuccino. Dabei nimmt sie selbst einen großen Schluck aus der Kanne. Jetzt testet Alfonso die Verkleidung der beiden Herren an Despina. Die kommen als Erkan und Stefan-Imitat als albanische Freunde unter dem Namen Sepronio und Tizio. Die beiden scheinen eher einem Ghetto der Hauptstadt in Berlin entsprungen zu sein. Mit dicker Goldkette, Sonnenbrille, Jeans bzw. Jogginghose sind sie kaum wieder zu erkennen. Guglielmo hat eine Mütze auf, auf der steht: I am a muslim, don’t panic. Sie machen nun der jeweils anderen Dame die Aufwartung und erfreuen sich an deren barscher Zurückweisung. Die Damen werfen im Takt der Musik Schuhe nach den Männern, die sich hinter den Sesseln verstecken müssen. Als Ferrando von der Liebe schwärmt, scheinen die Damen standhaft und die Wette gewonnen. Die zurückgewiesenen Albaner nehmen nun angeblich Arsen, weil sie von den Frauen verschmäht wurden. Mit Blaulicht kommt eine Despina als Ärztin mit Mundschutz, Stirnreflektor und Stethoskop. Die Wiederbelebungsversuche erfolgen mit einer großen Spritze, einem Hammer und schließlich am Ende erfolgreich mit einem Magneten. Die Herren deuten eine Brücke an und zucken mit dem Unterkörper: Wiederbelebung erfolgreich. Die erwünschte Nachbehandlung durch einen Kuss unterbleibt aber.

Zu Beginn des zweiten Aktes zeigt Despina, dass sie selbst das Schlagen einer Brücke nicht vom Singen abhalten kann. Als sie abtritt, schlägt sie noch ein perfektes Rad. Sie animiert dabei die Damen, es mit der Treue nicht zu genau zu nehmen. Der Garten wird durch das Ziehen einer bunten LED-Girlande angedeutet. Schließlich kommen die beiden Männer in einer Jalabiya mit echter Kopfbedeckung. Jetzt nimmt man ihnen den Albaner auch wirklich ab. Ferrando hat dabei ein rosa Plastikalpenveilchen und Guglielmo ein Rotes dabei. Der Chor reiht die Alpenveilchen an dem Wohnzimmerrand auf. Dorabella fällt als Erstes unter Guglielmos werben. Er schenkt Dorabella ein rotes Papierherz. Als er daraufhin Ferrando von seiner Eroberung berichtet, haut der einen Teil der Blumentöpfe runter. Fiordiligi scheint dagegen vor einer Bildergalerie von ihrem Verlobten standhaft. Schließlich gibt auch die nach. Nun ist Guglielmo außer sich und zerreißt mit nacktem Oberkörper eine Frauenzeitschrift. Die Männer kämpfen nun richtig miteinander, da sie nun Rivalen sind. Don Alfonso tritt auf und hat die Wette gewonnen. Despina tritt als Notar auf und hat die Ehekontrakte dabei. Da ereignet sich an diesem Abend ein Zwischenfall.

Einer der Ensemblemitglieder des Chores kippt bei dem Auftritt des Chores um. Während ich die Szene irgendwie merkwürdig fand, als der Darsteller des Guglielmo sich umdreht und dem Mann auf die Beine hilft und auf die Schulter klopft, war mir irgendwie sofort klar, dass da was nicht stimmt. Da sah ziemlich echt aus. Kurz darauf wurde der Vorhang runtergelassen und die Vorstellung unterbrochen. Nach einigen Minuten im Dunklen erklärte die Sprecherin, dass es einen Zwischenfall auf der Bühne gegeben hätte und die Vorstellung in Kürze fortgesetzt wird.

Mit der Teezeremonie setzte man die Vorstellung dann fort. Über die blauen Sitzkissen der Sessel wurden orientalische Tücher gebreitet. Der Ehevertrag ist nun unterschrieben. Es ertönt Marschmusik, die Verlobten kommen zurück vom Krieg. Blutverschmiert scheinen sie aus dem Kampf zu kommen. Sie entdecken die Ehekontrakte mit den Albanern und richten die Gewehre auf ihre Frauen. Nun bekommen auch die Damen mit, dass ihnen übel mitgespielt wurde. Sie bitten die Männer um Entschuldigung und bekommen zum Dank einen Schnuller in den Mund. Das alles endet in einem Sextett, wo sich Don Alfonso über seinen Gewinn freut.

Gewinner dieses Abends ist eindeutig die sehr gute Ensembleleistung des gut eingespielten Teams. Während der erste Akt noch sehr klamaukhaft daher kommt, kippt die Lage im zweiten Akt total. Die Männer gehen plötzlich aufeinander los und raufen, als sie erkennen müssen, dass sie betrogen wurden. Vielleicht ist es mit dem Zwischenfall an diesem Abend, noch etwas ernster als sonst. Sehr gefallen hat mir an diesem Abend Despina alias Andromahi Raptis, die ihr komödiantisches Talent voll ausspielt. Lutz de Veer lässt an diesem Abend das Ensemble glänzen. Und ja, dem verunglückten Mitarbeiter ging es am Ende der Vorstellung gut, klärte der Dramaturg Holzer auf.

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Miss Saigon - Überarbeitete Version

Ein Musical aus den 90er Jahren, nämlich Miss Saigon, hat mich nach Köln verschlagen. Dort hat man das Stück für drei Monate in einer überarbeiteten Version von 2013 wieder ins Programm genommen. Die Dialoge wurden etwas verändert, es gibt ein paar neue Sequenzen und ein neues Lied für Ellen. Dieses Musical war eine Art Schlüsselerlebnis, bei dem die Leidenschaft für Oper entstanden ist. So hat dieses Musical eben kaum Sprechpassagen und in den 155 Minuten wird viel gesungen, auf Englisch mit roten Seiteneinblendungen. Man hat aber die Szenen, die mich damals beeindruckt hatten, wie der Hubschrauberstart an der Botschaft in Saigon und die Szene mit dem Cadillac kurz vor Schluss trotz der Einschränkungen des Musicaldomes unverändert gelassen. So war das ein sehr würdevoller Trip in die Vergangenheit des Opernblogs. Die Handlung ist an Puccinis Madame Butterfly angelehnt. Der Offizier Chris hat von einer Nacht mit der Vietnamesin Kim ein Mischlingskind. Die Handlung springt dabei immer etwas und erzählt dann teilweise in Rückblenden, wie es zu der Trennung in Saigon kam und warum Chris in Amerika wieder geheiratet hat. Das Musical endet tragisch, als Kim die Hoffnung hat, mit Chris nach Amerika gehen zu können. Sie muss aber erkennen, dass er inzwischen verheiratet ist und nur sein Kind holen will. Sie erschießt sich am Ende.

Die Handlung startet in einem Nachtklub von Saigon. Die 17-jährige Kim flüchtet vor den Kriegswirren in die Stadt, es herrscht Endzeitstimmung. Der sogenannte Engineer, eine Art Zuhälter, organisiert die Wahl der Miss Saigon. Eine Gruppe Gis darunter Chris kommen in die Bar. Die ist drehbar und vielseitig verwendbar. Links neben der Bar gibt es eine bunte Musikbox. Chris ist vom schüchternen Auftreten Kims fasziniert. Kim und Chris kommen sich beim Tanz zu Saxofonklängen näher. Sie verschwinden in ein Zimmer in der rechten Bühnenhälfte. Chris verliebt sich so kurz vor Kriegsende tatsächlich in Kim und löst sie aus. Die schönste Szene in dem Stück ist für mich immer noch die Hochzeitszeremonie, die dann stattfindet. Dort singen die Damen der Bar ein vietnamesisches Lied. Drei Jahre später ist die Zeit vorangeschritten. Die roten Soldaten von Ho Chi Minh haben die Macht übernommen und marschieren martialisch auf. Ein roter Glücksdrache mit echtem Rauch eröffnet die Szene. Die roten Horden legen ein Ballett mit Gewehren und dreieckigen Hüten hin. Im Hintergrund ist eine überlebensgroße Büste von Ho Chi Minh. Der Ex-Verlobte von Kim ist ein Kommissar und bittet seine Verlobte zurückzukommen. Sie lebt in einem Flüchtlingslager. Unterdessen träumt Chris immer noch von Kim in Amerika bei seiner neuen Frau Ellen. Kim kann nicht zurück zu dem Kommissar, da sie ein Kind von Chris hat. Als dieser den Sohn beseitigen will, erschießt sie ihren Ex-Verlobten. Der Engineer, der Kim im Flüchtlingslager ausfindig gemacht hat, erkennt die Chance des Sohnes eines GIs und gibt sich als Kims Bruder aus. Er hat sogar noch Juwelen aus den besseren Zeiten von Saigon aufgehoben. Sie schließen sich dem Flüchtlingsstrom an und verlassen Vietnam.

Den zweiten Akt eröffnet eine Einblendung von Mischlingskindern. Chris setzt sich für die sogenannten Bui-Doi ein, die in einem Programm nach Amerika geholt werden sollen. Die Mischlingskinder leben unter erbärmlichen Umständen in Heimen. Chris erfährt, dass er selbst einen Sohn hat, der mit Kim inzwischen in Bangkok lebt. Chris beschließt, mit Ellen nach Bangkok zu fahren. Er landet in der roten Halbwelt von Bangkok. Unter roter Reklame vertickt der Engineer billige Frauen an Sextouristen. Aber der Engineer ist nicht mehr der Chef und selbst Flüchtling. Kim wird von dem Mord an ihrem Verlobten von Albträumen geplagt, die Erinnerungen an Chris und ihren Ex-Verlobten vermischen sich. In Bangkok holen Chris die Kriegserinnerungen an den Fall von Saigon ein, als es selbst unter dramatischen Umständen aus der Botschaft fliehen muss. In dieser Szene sieht man zuerst eine Laserprojektion, dann eine 3,5 Tonnen schwere Hubschrauberattrappe, die mit lautem Geknatter von der Botschaft abhebt. Am Zaun der Botschaft hofft unter den chaotischen Umständen Kim vergeblich, mitreisen zu können. Man landet wieder in der Gegenwart und Kim trifft auf Ellen im Hotelzimmer. Hier trifft Kim dann unvorbereitet auf Ellen, die nur den Sohn ihres Ehemanns holen will. Inzwischen träumt der Engineer bereits von Amerika. In dieser Szene ist der Cadillac dann weiß und nicht rosa, wie 1995. Eine leichte Dame in weißem Pelz und mit blonder Perücke fährt ein. Der Engineer sagt, dass sein Geschäft mit der Liebe überall auf der Welt funktionieren wird. 7 Tänzerinnen und 14 Tänzer setzen den Traum von Amerika vor eine Freiheitsstatue als weiße Gittermaske gekonnt mit einer Revuenummer um. Kim packt die Sachen für ihren Sohn. Der Engineer bringt Kims Sohn Tam zu Chris. Abschließend schießt sich Kim aus Verzweiflung hinter dem Vorhang.

Ob die Tänzerinnen wirklich die beschriebenen 1kg Perlen in den leichten Kostümen hatten und ob Kim wirklich alles sieben verschiedenen Frisuren ohne Perücke bestritten hat, lässt sich aus der 22. Reihe nicht mehr sagen. Es ist und bleibt eines der Mega-Musicals der 90er Jahre, das in der neuen Fassung auf keinen Fall angestaubt ist. Die Eindringlichkeit, mit der die Folgen des Krieges in Vietnam geschildert werden, ist beeindruckend. Die Szene mit dem Hubschrauber und dem Chaos an der Botschaft beim Fall Saigons einfach großartig. Ein Besuch der Neuauflage lohnt sich in jedem Fall. Aus heutiger Sicht ein Meilenstein der Musicalgeschichte. Das Bild an einem Flughafen mit einem Mischlingskind, das sich von seiner Mutter verabschiedet, als es nach Amerika reist zum Vater, ist der Ausgangspunkt.

Von • Gallerien: Kultur, Musical • Tags: Miss Saigon
Ball im Savoy - Die Fledermaus in Jazz

Auch in Nürnberg hat man den ‚Ball im Savoy‘ auf den Spielplan gesetzt. Diese Jazzoperette von Paul Abraham belebt die Handlung der Fledermaus von Johann Strauß wieder. Eine Madeleine de Faublas ist hier die betrogene Ehefrau, die öffentlich ihren Mann betrügt. Bei dem schrägen Cross-Dressing-Event spielen Männer Frauen und Frauen Männer. Die Geschwister Pfister übernehmen in der Aufführung in Nürnberg diesen Part. Aufgepeppt wird das noch durch ein achtköpfiges Männerballett, das auf keinen Fall mit einer Faschingseinlage zu verwechseln ist.

Zu Beginn der Aufführung ist der Orchestergraben mit künstlichen Palmen besetzt und grün angestrahlt. Wir befinden uns in Nizza und der Graben ist der Vorgarten der Faublas in der Villa. Von dort aus kommen auch die Darsteller auf die Bühne. Wo das Orchester bleibt, erkennt man erst im nach der Pause im 2. Akt beim Ball im Savoy. Die einjährige Hochzeitsreise der Faublas sieht man mit Bildereinblendungen von einer Europareise. Eine Videomontage gibt es von einer Gondelfahrt in Venedig. Man ist aber nach den 12 Monaten nun glücklich in der Villa Faublas angekommen. Getrübt wird die Wiedersehensfreude allerdings durch ein verdächtiges Telegramm eines ‚Präfekten von Nancy‘. Aristide de Faublas verheimlicht seiner Frau etwas. Gleichzeitig trifft die Cousine von Madeleine aus Amerika ein. Sie ist eine erfolgreiche Tanzlehrerin und stellt den Modetanz Kangaroo-Hopp vor, für dessen Erfindung sie eine Auszeichnung bekommen hat. Sie ist natürlich eigentlich ein er und hat ein Pseudonym erfinden müssen, nämlich José Pasodoble, um auch als Komponist erfolgreich zu sein. Wenn sie nicht in einem Jahr erfolgreich gewesen wäre, hätte sie in Amerika den Mann heiraten müssen, den ihr Vater ausgesucht hat. Beim jährlichen Ball im Savoy will sie ihr Pseudonym aufgeben. Aristide will aber auch zu dem Ball. Der Präfekt von Nancy ist eine Frau, nämlich die heißblütige Spanierin Tangolita. Tangolita ist Aristides verflossene Freundin, die ihn ebenfalls zum Ball im Savoy bittet. Sowohl Madeleine als auch Aristide hatten aber versprochen, den ersten Abend gemeinsam zu Hause zu verbringen. Jetzt suchen beide eine Ausrede, wie sie zum Ball kommen können. Aristide bemüht seinen türkischen Freund Mustapha Bei. Der erfindet eine offensichtliche Lüge, dass Pasodoble durch den Einsatz von Musik, Aristides Leben in einer Stierkampfarena gerettet hätte. Von der offensichtlichen Lüge ist Madeleine entsetzt, während Daisy Parker die Geschichte eher lustig findet. Aber Madeleine ist nicht untätig, sie bestellt eine Schneiderin ein und lässt sich ein goldenes Kleid für den Ball nähen, wo sie ihrem untreuen Mann auflauern will.

Tangolita tritt nun auf, umschwärmt von den Ballettmännern. Sie zerreißt vor den Augen von Aristide scheinbar den Gutschein für ein Souper. Unterdessen tritt die verkleidete Madeleine auf und erweckt Aristides Aufmerksamkeit. In einer Bar warten unterdessen die sechs verflossenen Frauen von Mustapha Bei. Seine Frauen sind international aufgestellt, besonders witzig war die letzte Frau, eine waschechte Fränkin. Da Daisy Parker mit einem Ehevertrag dazu einwilligen soll, Ehefrau Nummer sieben zu werden, bittet sie den Bei, dass er ihr Pasodoble vorstellen möge. Madeleine und Tangolita ziehen sich für eine Stunde in das Separee 8 zurück. Ein Kellner wird von Madeleine bestochen, die Geschehnisse im Separee brühwarm weiter zu erzählen. Sie nimmt mit einem Justizangestellten derweil Platz im Separee 9. Sie bestellt sich dasselbe Menü wie ihr Mann und ist fest entschlossen, ihren Mann mit dem Angestellten zu betrügen. Der Rechtsgelehrte ist zwar einerseits kurzsichtig, erkennt aber in Madeleine eine edle Dame. Er möchte aber auch ein Abenteuer im Savoy erleben.

Mit einer Live-Übertragung des Balls im Savoy erreichen die Verwicklungen ihren Höhepunkt. Jetzt wird auch klar, wo das Orchester sitzt. Daisy Parker tritt als Marlene-Dietrich-Verschnitt auf und lüftet ihr Pseudonym. Sie spricht durch das Mikrofon zu ihrem Vater, dass sie ein erfolgreicher Komponist wäre und nun den Mann ihrer Wahl heiratet dürfe, nämlich Mustapha Bei. Madeleine kommt nun aus dem Separee und sagt öffentlich am Mikrofon, dass sie ihren Mann betrogen hat.

Der Skandal im dritten Akt ist perfekt. Ein Rechtsanwalt soll nach Willen von Aristide die Scheidung durchführen. Derweil treffen Blumensträuße und Glückwünsche aus Nizza ein. Der Rechtsgelehrte, der die Scheidung durchführen soll, ist zufälligerweise der Mann aus dem Separee 9. Jetzt bekommt Aristide Wind von der Sache und bestürmt ihn mit Fragen zur Nacht im Savoy. Doch der Angestellte macht nur vage Andeutungen. Die Scheidung scheint gesetzt zu sein. Da greift nochmals Daisy Parker ein. Sie redet mit Madeleine unter vier Augen und sagt, dass der Angestellte indiskret war und sogar die Farbe der Dessous verraten hätte. Darauf ist Madeleine außer sich und sagt, dass sie gar keine solche Unterwäsche trägt und dass er gelogen haben muss. Aristide ist jetzt überzeugt, dass seine Frau unschuldig ist und die Geschichte nimmt ein Happy End.

Stefan Huber hat wirklich eine frische Form der Operette auf die Bühne gestellt. Der Geschlechtertausch gelingt sehr gut, ohne in den Klamauk von Charlys Tante abzurutschen. Dass hier die Rollenbilder auf den Kopf gestellt werden und die betrogene Ehefrau am Ende mit einem langen Monolog zurückschlägt, passte den Machthabern in den 30er Jahren sicher nicht, weshalb die Operette kurz nach Erscheinen wieder verschwand. So ist man sich bis zum Schluss nicht sicher, ob es ein Happy End geben wird, denn zu tief erscheint der Graben zwischen den Eheleuten. In der Art-Deko-Bühnenausstattung hat man diesmal wirklich nicht gespart und lässt einen wundervollen Hotelraum aufleuchten. Die Lampen des Ballsaals können dabei ganz modern eingefärbt werden. Die Geschwister Pfister bringen sehr gute schauspielerische Leistungen in den drei Rollen des Aristide, der Daisy Parker und des Mustapha Bei. Auch bei den Kostümen hat man an nichts gespart. Der Auftritt von Daisy Parker im weißen Smoking beim Ball ist wirklich klasse und lässt die späten 20er wiederauferstehen. Nach fast 3 Stunden geht man mit einem beschwingten ‚Toujours l’amour‘ oder mit einem ‚Es ist so schön am Abend bummeln zu gehen‘ die Oper.

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Quelle: Soundcloud|Staatstheater Nürnberg
Von • Gallerien: Kultur, Operette • Tags: Ball im Savoy

In einer Wiederaufnahme ist der Fidelio von Ludwig van Beethoven im Münchner Nationaltheater zu sehen. Calixto Bieito hatte im Jahre 2010 einen philosophischen Ansatz verfolgt und lässt die Darsteller durch ein dreiteiliges, drei Etagen hohes Plexiglaslabyrinth laufen. Deutlich ist immer wieder das Klicken der Sicherheitshaken zu hören. Das Labyrinth ist hier ein gedankliches Gefängnis von Rocco, in dem die Figuren bis zum Schluss herumirren. Es soll die aussichtslose Suche nach einem Ideal verkörpern. Von den Texten hat man fast alle Sprechpassagen gestrichen und gegen Gedichte von Jorge Luis Borges oder Cormac McCarthy getauscht. Das führt dazu, dass die einzelnen Nummern der Oper relativ flüssig hintereinander folgen. Beethovens einzige Oper setzt dabei die Stimmen sehr instrumental ein, was für die Sänger eine Herausforderung ist. Auf Atmung und Pausen, die eine Stimme benötigt, werden vor allem bei der Partie der Leonore, wenig Rücksicht genommen. Die Vorlage ist ein Roman der „Leonore“, die auf einer angeblich wahren Begebenheit in der Touraine basiert. Pikanterweise war er während der Französischen Revolution selbst ein Mitglied der Justiz. Für die Figur des Don Pizarro war wohl der skrupellose Konventskommissar Carrier das Vorbild, der 1793 in der Vendée Angst und Schrecken verbreitete.

Zu Beginn der Oper kommen die Gefangenen aus dem Orchestergraben. Während der Ouvertüre Leonore 3 erklimmen die Sänger, mithilfe der Sicherheitshaken, das Plexiglaslabyrinth. Zu sehen ist auch ein Double von Florestan, der ebenfalls durch das Gestänge irrt. Leider bringt das planlose Laufen im Labyrinth etwas Unruhe in die Musik, die mit 14 Minuten eine eigene Symphonie ist. Leonore verwandelt sich in Fidelio, indem sie sich vor dem Publikum ihre Brust mit Toilettenpapier bindet. Als junger Mann Fidelio erhofft sie, sich Zugang ins Gefängnis von Rocco zu erlangen. Marzelline verliebt sich sofort in diesen jungen Mann und lässt ihren Jaquino dafür stehen. Der Kerkermeister Rocco heißt nach etwas hin und her, die neue Verbindung seiner Tochter gut. Mit Haken aneinandergekettet singen sie die ersten Arien. Der Vater als Banker verkleidet, meint aber, dass es auch noch etwas ‚Gold‘ für eine glückliche Beziehung braucht, und plündert einen Geldkoffer mit Dollarscheinen. Rocco macht aber zur Auflage, dass ich Fidelio einem gewissen Gefangenen nicht nähern darf. Jetzt erscheint Don Pizarro, der Gouverneur des Gefängnisses. Der Hass gegen alle Menschen entlädt sich in Selbstverletzung und er ritzt sich bei der Arie "Ha, welch ein Augenblick!" selbst in Arme, Kopf und Brust. Er kann Florestan nicht am Leben lassen, da sein Freund der Minister Don Fernando, ihn begnadigen würde. Die Aufforderung, Florestan umzubringen kann Rocco abwehren, allerdings muss er für Florestan ein Grab schaufeln. Fidelio hat bei der Aktion einen halb leeren Kanister mit blauer Säure dabei. Fidelio bitte nun Rocco, dass die Gefangenen ans Tageslicht dürfen. Ein Gefangener singt stehend am Abgrund einer Arie, während sich ein Zweiter wenig später im Hintergrund mit dem Karabinerhaken erhängt. Die Gefangenen sind dabei in Anzügen gekleidet, müssen aber wenig später wieder zurück in den Kerker. Fidelio hat unter ihnen ihren Mann nicht entdecken können.

Im zweiten Akt ist das Opernhaus von einem dunklen Grollen erfüllt. Das Labyrinth kippt langsam. Gefangene schweben dabei an Seile gesichert über dem gekippten Aufbau. Fidelio hat eine Flasche Hochprozentiges dabei und bringt Florestan etwas Brot mit. Florestan liegt dabei im Fieber am Bühnenrand und wird von Fidelio und Rocco über die Bühne geschleift. Der Text macht da eine uncharmante Anspielung auf Florestans Gewicht. Don Pizarro wird von Florestan zur Rede gestellt. Fidelio greift ein und zerschlägt zuerst eine Flasche auf Pizarros Kopf. Dann überschüttet er ihn mit Säure. Unterdessen scheint sich Florestan mit dem Messer selbst zu richten. Fidelio und Florestan ziehen sich auf offener Bühne um. Es folgt eine Erlösungsszene bei der vier Streicher in Gitterkäfigen aus dem Bühnenhimmel herabschweben und das Streichquartett Opus 132 in Auszügen zum Besten geben. Dieser ‚Heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit‘ bildet einen spirituellen Einschub, sodass man nicht weiß, ob Fidelio seine eigene Befreiung wirklich noch erleben durfte. Es folgt die Befreiungssequenz durch den Minister Don Fernando. Dieser tritt als Batman-Joker-Verschnitt mit einem weißen Anzug auf. Unterstützt wird er durch die Anwesenheit von Eva Wagner-Pasquier in der Loge. Trompetenschall kündigt die Befreiung der Gefangenen an. Der Minister erkennt seinen Freund. Aber der Joker, wäre nicht er, wenn er nicht zum Schluss noch eine Überraschung parat hätte und mit einer Pistole Florestan ein weiteres Mal tötet. Über der ganzen Szene schweben Akrobaten. Aber keine Angst, Florestan steht wieder auf. Genauso wie das Labyrinth hinter ihm.

Man mag von Bieitos Fidelio-Deutung halten, was man mag, musikalisch gab es an dem Abend nichts auszusetzen. Anja Kampe als Leonore war an diesem Abend sehr gut und man hatte den Eindruck, dass sie seit 2010 besser mit der Partie umgehen kann. Günther Groissböck verlieh dem Rocco eine sympathische Note. Auch Jonas Kaufmann als Florestan war sehr gut. Das alles wäre nichts ohne die Glanzleistung des Bayerischen Staatsorchesters unter der Leitung von Kirill Petrenko, für den der Jubel an diesem Abend nicht enden wollte.

Quelle: YouTube | BayerischeStaatsoper

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