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Evita

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Das Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice gastierte als Gastspiel der Time Square Productions New York/Arena Theater & Festspiel GmbH zum Jahresende in Fürth. Nicht ganz dem wahren Leben der Evita Perón‎ folgend, erzählt Ché Guevara den Aufstieg von Evita Perón‎ aus der Provinz zur First Lady an der Seite von Juan Perón‎. Durch den Altersunterschied der Darsteller wird auch der reale Altersunterschied von Evita Perón‎ und Juna Perón‎ von 24 Jahren deutlich. Das Stück selbst birgt so einige Klippen. Da es als Musical durchkomponiert ist, werden auch Sprechpassagen gesungen. Dies bringt die Tournee-Technik des Ensembles zu Weilen an die Grenze und es knarrt aus den Lautsprechern. Als Ersatz für die Harfen muss dann schon einmal das Keyboard herhalten und es kommen Teile der Musik vom Band. Stanislav Mosa bewegt sich mit der Inszenierung am Rand des Möglichen, da hier vermutlich auch detaillierte Anweisungen des Produzenten vorliegen. Die etwa 17 Leute des Ensembles müssen immer wieder mehrfach in unterschiedlichen Kostümen erscheinen. Andrew Lloyd Webber-Produktionen sind eben wie ein Hamburger und unterliegen gewissen Beschränkungen. Die Musik schwankt vom Stil her und gängige Ohrwürmer, wie das ‘Don’t cry for me, Argentinia’ wechseln mit dissonanten Passagen ab. Nur das Anhören der Best of CD hinterlässt ein ganz anderes Gefühl, als das Stück in seiner Gänze. Am Ende erscheint Evita, trotz ihres zweifelhaften Aufstiegs, in einem positiven Licht. Die Todesursache, die Kollaboration Juan Perón‎s mit dem dritten Reich, alles das verschwindet und die Geschichte der Evita wird geradlinig erzählt. Die Konzentration auf den Aufstieg Evitas, ihre Liebhaber, ihre einfache Abstammung, ihr Erfolg als Radiomoderatorin, all das verkommt zu sehr zur Erfolgsstory. Mit nur 33 Jahren stirbt Evita Peron an Gebährmutterhalskrebs.

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