Opernblog

Archiv für: "Juni 2014"

Die Hugenotten und das Pferd

Auf diese Hugenotten in Nürnberg muss man gut vorbereitet sein. Das Konzept von Tobias Kratzer ist leider nicht bei jedem angekommen, zumindest die lokale Presse fand an der Idee, die Geschichte der Hugenotten im 20. Jhd. starten zu lassen, und zwar in einem Maleratelier, nicht besonders gelungen. Martin Berner als Maler und gleichzeitig als handelnde Person des Grafen Nevers spielen zu lassen, ist der Angelpunkt der Inszenierung. Das führt dazu, dass er ständig auf der Bühne präsent ist. Man könnte das auch als Spukstunde in einem Maleratelier sehen, bei dem sich die gemalten Bilder verselbstständigen und zum Leben erwachen. Der Maler wird dabei immer mehr in seine Bilderwelt gezogen und hat am Ende im letzten Akt selbst ein historisches Gewand an. Dadurch gelingen die Bilder als große Tableaus aufzubauen, was Ziel einer Grand Opera ist und mit der nötigen Distanz zu sehen.
In der Ouvertüre versucht sich der Maler an einer biblischen Szene, dem Bild von Kain und Abel. Ihm will so recht kein Bild gelingen, er schickt die Modelle weg. Dann treten Leute in Alltagskleidung auf die Bühne. In Kartons werden historische Gewänder herausgezogen und man verkleidet sich. Aufgebaut wird ein Bankett, das der Maler nun festhalten will. Die feiernde Menge will Geschichten über die Liebe hören. Da erzählt der Hugenotte Raoul seine Begegnung mit einer schönen Frau. Diese schöne Frau ist zufällig Nevers verlobte und Tochter des Hugenottenhassers Graf de Saint-Bris. Valentine ist aber nur gekommen, um die Verlobung mit Nevers zu lösen, die ihr Vater eingefädelt hat. Dies missversteht nun Raoul, weshalb es in der Folge zu Verwicklungen kommt. Raoul bekommt am Fest eine Einladung von der Schwester des französischen Königs Maguerite. Mit einer blauen Flugzeug-Schlafbrille wird er zur Königin geführt. Es werden Teppiche ausgerollt und es nehmen die Hofdamen Platz auf der Bühne. Die Königin Marguerite ist dabei gekleidet wie Joan Sutherland, eine australische Opernsängerin, und sucht auch so lange in der Garderobe, bis sie ein ähnliches Kleid findet, dass auch Joan Sutherland 1990 in Sidney getragen hat. Die Rolle der Königin war eine Bravour-Nummer dieser Ausnahmekünstlerin und ohne Youtube, versteht man diese Anspielung nicht. Königin Marguerite ist mit Heinrich von Navarra verlobt, der ebenfalls Protestant ist. Sie hofft in Raoul einen Mann zu finden, der die Tochter des Anführers der Katholiken heiraten soll und so Frieden zwischen den Parteien stiften soll. Als Raoul erkennt, dass er die Tochter des Hugenottenhassers heiraten soll, lehnt er entrüstet ab und brüskiert damit die anwesenden Katholiken. Außerdem sieht er Valentine, so heißt die Schöne, noch an Nevers gebunden. Es kommt fast zur Auseinandersetzung, die die Königin gerade noch mal verhindern kann. Im dritten Akt kommen nun in der Sonntagszene wieder die verfeindeten Parteien zusammen. Jetzt ist es schon so weit, dass hinter den Bildern gleich die historisch angezogenen Hugenotten hervorkommen, der Albtraum nimmt also Fahrt auf. Zwei Zigeunerinnen lesen dabei die Zukunft aus Valentines Hand zur Ballettmusik. Eine davon hat eine Plastikziege dabei, aber auch die läuft schreiend von Valentine weg, als sie deren Zukunft erkennen. Zur Ballettmusik sieht man auch noch Einspielungen von Kriegsbildern aus dem Nahen Osten. Zur weiteren Steigerung brechen in der Nachtwächterszene mannsgroße Wasserspeier durch das Fenster des Ateliers. Diese werden dann von einem buckligen Nachtwächter gebändigt. Dazu passt dann auch, dass sich der Albtraum fortsetzt und Valentine dann wirklich Nevers heiratet. Die kommen nämlich gerade frisch aus der Kirche, was in der Inszenierung leider etwas untergeht. Die Hochzeit ist nämlich die Folge von Raouls Weigerung Valentine zu heiraten. Raoul ist in seiner Ehre gekränkt und fordert nun Saint-Bris zum Duell. Nevers und Saint-Bris wollen aber Raoul in einen Hinterhalt locken, dies hört nun Valentine mit und lässt Raoul warnen. Es kommt wieder zum Kampf der Rivalen, wobei die Königin hoch zu Ross die Widersacher trennt. Es könnte fast ein Bild des Malers Diego Velázquez sein (Königin Isabella von Frankreich zu Pferde), wie sie da hoch auf dem Kaltblüter Araxus über den kämpfenden Sonntagsgängern sitzt oder auch ein Zitat der Aufführung von 1968 mit Joan Sutherland in London. Raoul erkennt nun seinen Fehler und folgt Nevers und Valentine in sein Schloss, das heißt in dieser Inszenierung sein Atelier. Dort heizt ein gusseiserner Ofen. Das Loch im Ateliersfenster, das die Wasserspeier geschlagen haben, ist mit einer Plane zugedeckt. Auf dem Schloss des Grafen Nevers wird nun Raoul Zeuge, wie die Edlen um Saint-Bris über einer Stadtkarte von Paris, die Vernichtung aller Hugenotten mit Feuer und Pistolen. Es sind aber die Waffen der Neuzeit, die Saint-Bris-Anhänger nutzen. Als Zeichen ihres Glaubens malen sie sich ein weißes Kreuz auf die Stirn. In einer monumentalen Szenen werden die Waffen geweiht. Im Hintergrund sieht man durch das Ateliers-Fenster aber schon den Feuerschein der Bartholomäus Nacht. Nevers bekommt in dieser Fassung eine besondere Rolle, da er sich an einem Punkt dann weigert, die sinnlose Verfolgung mitzumachen. Er wird schließlich gefesselt und umgebracht. Im letzten Akt hat schließlich auch der Maler, als letztes historische Kleidung an. Er malt ein Actionbild in Rot, was seinen eigenen Tod durch die Anhänger von Saint-Bris darstellen soll. Im letzten Akt versucht nun Valentine, Raoul zu ihrem Glauben zu bewegen. Als sie nun bei Raoul scheitert, nimmt sie schließlich seinen Glauben an und wischt sich das weiße Kreuz von der Stirn. Raouls Diener Marcel nimmt eine provisorische Trauung vor. Als Kollateralschaden sterben nun in der Bartholomäus Nacht Raoul, sein Diener und Valentine durch den Kugelhagel von Saint-Bris.
Handelt es sich um eine überlebte Kunstform, die Grand Opera, wie die Nürnberger Nachrichten meinten? Mitnichten, finde ich nach doch vier langen Opernstunden. Im Don Carlos von Verdi lebt diese Form weiter. Die Musik setzt auf große Effekte, es gibt ein wunderschönes Duett zwischen Raoul und einer Viola d'Amore oder am Ende mit einem Bassfagott. Ob man nun wirklich ein echtes Pferd, echtes Feuer usw. braucht, sei dahingestellt. In jedem Fall ist es ein Sängerfeuerwerk, bei der Uwe Stickert als Raoul glänzen kann, ebenso wie Hrachuhí Bassénz als Valentine. Den spektakulärsten Auftritt hat sicher Leah Gordon als Margarete von Valois und Joan Sutherland-Double auf dem Pferd. Mit der Idee des Ateliers muss man eben warm werden, oder nicht. Interessant ist der Ansatz sicher, wenn man die Oper kennt. Für den Neueinstieg in das Werk stellt das eher eine Hürde da. Aber auch mit der Regie wird es zum Ende hin schwieriger, die Handlungen von Nevers noch schlüssig zu erklären, wobei das Ende eine klare Umdeutung ist, was ich immer heikel finde. Es gibt auch dramatische Momente zum Schluss hin. Wer aber Aufklärung um die Geschehnisse der Bartholomäus Nacht sucht, ist hier sicher fehl am Platz. Musikalisch gelungen, szenisch akzeptabel würde ich sagen.

Von • Gallerien: Kultur, Oper • Tags: die hugenotten
Der König der Löwen-Ein Dauerbrenner

Weil es in Hamburg so ein großer Erfolg ist, war ich auch im König der Löwen. Das ist ein aufwendig produziertes Musical nach einem Disneyfilm, das in einem extra Theater, dem Stage Theater am Hafen, gespielt wird. Das Stück läuft seit 02.12.2001 und hatte am 14.01.2014 seine 5000 Aufführung. 53 Darsteller aus 15 Nationen zeigen jeden Abend dort, das Heranwachsen von Simba zum neuen König der Löwen auf. Die Darsteller des Musicals müssen teils als Giraffen auf Stelzen laufen, oder sich als Tiere der Savannen verkleiden. Dabei fand ich die Hyänen besonders gut gelungen. Die Musik wurde komponiert von Elton John, Lebo M. und Hans Zimmern, besteht zum Teil aus Liedern des Films, wurde aber um etliche Ensemblenummern von Lebo M. erweitert, sodass man mit Pause auf ein abendfüllendes Event kommt, das etwa 3 Stunden dauert. Mit den vielen Aufführungen ist es sicher eines der erfolgreichsten Musicals der letzten Jahre.

Zu Beginn sieht man die rot-goldene Morgensonne aufgehen. Am Königsfelsen, der eine versenkbare halbe Wendeltreppe ist, präsentiert Mufasa den Tieren der Savanne seinen Sohn Simba. Mufasas Bruder Scar ist dabei nicht anwesend, da er in dem Sohn Simba seine Chance auf die Thronfolge verschwinden sieht. In den nun folgenden Stunden erleben wir, wie Scar seinen Bruder in eine Falle lockt und den Thron an sich reißt. Zuvor erklärt aber Mufasa, dass das Leben in der Savanne in einem Gleichgewicht ist. Auch warnt er davor, die Grenzen des Landes zu verlassen. Das macht Simba neugierig und sein Onkel Scar verplappert sich, dass hinter den Grenzen ein Elefantenfriedhof liegt. Simba versucht bei einer Jagd über das Grasland, seine Freundin Nala zu überreden, den verbotenen Ort aufzusuchen. Nalas Mutter stimmt unter der Bedingung, dass der Nashornvogel Zazu sie begleiten muss, dem Vorhaben zu. Die beiden kleinen Löwen hängen aber Zazu ab. Am Friedhof angekommen, lauern dort drei Hyänen den Löwen auf. In letzter Minute trifft Zazu mit Mufasa ein, um die beiden Löwen zu retten. Mufasa ist nun ziemlich sauer, dass sein Sohn diesen Friedhof aufgesucht hat. Er stellt ihn aber allein zur Rede. Außerdem erklärt er ihm die Sterne am Himmel seien die Könige der Vergangenheit. Zazu erinnert Mufasa daran, wie ähnlich Simba doch ihm ist. Letztendlich schmiedet Scar einen Plan, Mufasa in einer Schlucht in einen Hinterhalt zu locken. Als Lockvogel dient ihm sein eigener Sohn Simba. Als nun die Herde Gnus von den Hyänen aufgescheucht wird, rettet Mufasa zwar Simba, verliert aber durch einen Schubser von Scar an der Klippe sein Leben. Scar redet darauf Simba ein, dass er der Schuldige am Tod seines Vaters ist. Die Hyänen verfolgen Simba nur kurz, lassen aber schnell von ihm ab. Die Hyänen belügen nun Scar, dass Simba tot wäre. Scar krönt sich nun zum neuen König, während Simba in den Dschungel fliegt und dort ein Erdmännchen und ein Warzenschwein mit Blähungen trifft. Mit den neuen Freunden im Dschungel wird nun Simba groß.
Im zweiten Akt läuft es für Scar nicht gut. Das Land ist von einer Dürre befallen und das Bündnis aus Löwen und Hyänen bröckelt. Da Scar sich alleine fühlt, startet er einen Annäherungsversuch an Nala, den sie aber abwehrt. Aber auch die drei Freunde müssen ein Abenteuer bestehen, in dem das Erdmännchen in einen Wasserfall fällt. Die Freunde rätseln danach über die Sterne und machen sich über die Interpretation von Simba lustig, dass es die Könige der Ahnen sein sollen. Nala und Simba treffen sich wieder und die Freunde sind dann nicht mehr angesagt. Als die Äffin Rafiki nun ebenfalls Simba trifft, setzt sie ihn vor ein Spiegelbild und sagt, dass der Vater in Simba weiterlebt. Vor dem Königsfelsen schlägt nun Scar Simbas Mutter. Es kommt zum Kampf zwischen Scar und Simba, wobei Simba zuerst Scar ziehen lassen will. Scar greift aber erneut an und Simba wirft ihn von der Klippe. Am Ende kommen noch einmal alle Tiere am Königsfelsen vor der aufgehenden Sonne zusammen. Simba und Nala präsentieren dabei ihre Jungen. Damit schließt sich der Kreis.

Mit einigen stimmlichen Abstrichen erlebt man eine bunte, afrikanische Bühnenshow. Gerade das jüngere Publikum spricht das an. Es gibt wunderbare Ensemble-Nummern. Die Dialoge sind aber teilweise etwas schwer zu verstehen, gerade zum Ende bei den Kampfszenen zwischen Scar und Simba. Die Äffin Rafiki war dafür an dem Abend wirklich umwerfend und man meinte wirklich, Mama-Afrika vor sich zu haben. So richtig tiefe Emotionen kommen nicht auf, man ist aber über die drei Stunden von den Bühnenbildern und dem Wechsel der einzelnen Nummern gut unterhalten. Es hat schon seinen Grund, warum das Musical seit über 10 Jahren dort erfolgreich läuft, sodass auch diese Vorstellung ausverkauft war. Etwas störend sind vielleicht die Schiffssirenen und das Schiffstaufenfeuerwerk des 'Mein Schiff 3', das zeitgleich mit dem Finale an diesem Abend stattfand.

Von • Gallerien: Kultur, Musical • Tags: könig der löwen

Wie das ist, wenn man das berlinerisch in der Deutschen Übersetzung durch hiesiges Fränkisch ersetzt wird, kann man derzeit im Nürnberger Opernhaus erleben. Volker Heißmann und Martin Rassau spielen mit und bringen das Musical richtig in Schwung. Volker Heißmann spielt Alfred P. Doolittle, Elizas Vater und Martin Rassau die vornehme Mrs. Higgins, Professor Higgins Mutter.

In den Hallen von Covent Garden trifft Phonetiker Higgins auf Eliza Doolittle, die hier in den Hallen versucht ‘Veicherla’ zu verkaufen. Von ihrem starken Fränkisch angewidert, kommt er aber auf die Idee, dass sie einen besseren Stand hätte, wenn sie vornehmes Englisch sprechen würde. Sie könnte einen Blumenladen leiten. Higgins trifft auch seinen Kollegen für indische Dialekte Pickering. Spontan lädt Higgins Pickering ein, bei ihm zu übernachten. Higgins wirft Eliza ein paar Schilling vor die Füße. Hierauf träumt Eliza von Kohln und warme Füas. Ihr Vater Alfred P. Doolittle säuft sich mit seinen Kumpanen an den Mülltonnen am Blumenmarkt zu. Eliza sorgt mit ihren spärlichen Einkünften für ihren Vater. Der scheint sein ‘Stickla Glick’ schon gefunden zu haben. Die Mülltonnen werden zu Musikinstrumenten umfunktioniert und mit Besen und Mülltonnen wird in einer Einlage in Form einer Steelband musiziert.
Am nächsten Morgen taucht Eliza in der Bibliothek von Higgins auf. Sie ist von der Idee fasziniert, gutes Englisch zu lernen und ihr Fränkisch abzulegen. Pickering und Higgins wetten darum, dass es ihm gelingen wird, aus Eliza in sechs Monaten zur vornehmen Dame zu machen. Pickering beschließt, die Kosten der Ausbildung zu übernehmen. Jetzt muss Eliza Tag und Nacht Phonetik-Übungen machen. Ihr Vater hat davon Wind bekommen, dass die Tochter nun bei Higgins übernachtet, und will seinen Vorteil davon ziehen. Für fünf Pfund verkauft Elizas Vater seine Tochter an Higgins. Er empfiehlt ihn aber als Moralist dem Millionär Wallingford. Eliza erkennt schon am Geruch, dass ihr Vater in der Bibliothek ist. Nach vielen Wiederholungen gelingt Eliza aber endlich, den Satz: Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen richtig auszusprechen. Als Zwischenetappe zum Ball beschließt Higgins, seine Schülerin in Ascot in die vornehme Gesellschaft seiner Mutter einzuführen. Da sie beim Sprachunterricht nur zum Thema Gesundheit und Wetter gekommen sind, befiehlt er Eliza sich auf diese beiden Themen zu beschränken. Ja und in diesem Moment versagte leider kurzzeitig die Bühnentechnik und es kam zu einer Zwangspause. Wie meinte Mrs. Doolittle, man möchte im Boden versinken, wenn man es denn könnte. Nach der Panne hat die feine englische Gesellschaft hat ganz in Rot, Blau und Weiß auf den Tribünen Platz genommen, vor einer großen englischen Fahne. Eliza bleibt natürlich nicht bei den Themen, sondern erzählt von ihrer Tante, die erst erkrankt ist und dann umgebracht wurde. Bei dem Pferderennen verliert sie dann endgültig ihre Konversationsform und ruft dem Pferd zu ‘laaf, sonst bloass i dia Pfeffa in den Oasch’. Ihr Ausfall beschert ihr aber einen Verehrer, Freddy aus besseren Kreisen. Er schreibt ihr Briefe und schickt ihr Blumen. Schließlich lernt Eliza weiter Umgangsformen für den Botschaftsball im Buckingham Palace. Ganz in Rosa muss Eliza nun beweisen, was sie gelernt hat.
Im zweiten Akt feiern sich Higgins und Pickering, dass sie die feine Gesellschaft mit dem Auftritt von Eliza blenden konnten. Sie bekommt Wind davon, dass sie nur Objekt einer Wette ist, und schleudert entsprechend wutentbrannt die Hauspantoffeln nach Higgins. Eliza beschließt nun zu gehen, erfragt aber noch, was sie mitnehmen kann. Sie legt den Schmuck ab und gibt Higgins einen Ring zurück. Sie verlässt Higgins schließlich. Elizas Vater ist inzwischen auf Higgins Empfehlung aus dem ersten Akt zu Geld gekommen durch den Millionär Wallingford. Elizas Vater heiratet die Stiefmutter und feiert im feinen Frack seinen letzten Abend mit seinen Kumpanen. Liegend wird Alfred P. Doolittle nun auf den Körpern seiner Kumpane zum Altar gerollt. Higgins und Pickering beschließen Eliza durch die Polizei suchen zu lassen und verstehen ihr Verschwinden nicht. Eliza ist inzwischen zu Higgins Mutter gegangen und sucht dort um Rat an. Auch Higgins geht zu seiner Mutter und ist überrascht, dort Eliza zu finden. Eliza beschließt, selbst Sprachunterricht zu geben und Freddy zu heiraten. Higgins erkennt nun, wie sehr er sich in Eliza verliebt hat. Eliza kehrt schließlich zu Higgins zurück. Das Ende ist offen, sie gehen aufeinander zu, ohne sich richtig zu küssen.

Die Portierung des Musicals in Fränkisch ist ein voller Erfolg. Mit der fränkischen Mundart tut sich vor allem Eliza etwas schwer, während Volker Heißmann als Elizas Vater den besten Franken rauskehren darf. Martin Rassau in der Rolle der vornehmen Mutter ist ebenfalls sehr lustig, da er, wie er selbst sagt, Hochdeutsch lernen musste für die Rolle. So einen leichten fränkischen Akzent meint man dann doch bei Frau Higgins durchzuhören, was sehr charmant rüberkommt. Während die fränkischen Einlagen in der Fledermaus noch etwas fremd wirkten, kommt hier das Stück wie aus einem Guss.

Quelle: Staatstheater Nürnberg

Von • Gallerien: Kultur, Musical • Tags: my fair lady